Und plötzlich sind sie alle "Cloud"

Von Andre Hüttemann

Es ist schon erstaunlich, wie bewölkt  plötzlich die Halle 3 der CeBIT ist. Die sogenannte ECM-Halle wollte noch im vergangenen Jahr  kaum etwas von Cloud-Computing wissen. Lediglich vereinzelte Slogans an den Messeständen signalisierten, dass sich ein kleiner Teil der ECM-Branche dieser gar nicht mal so neuen Bereitstellungsform von IT-Lösungen widmet. Auch  die „aufklärenden“ Foren verbannten dieses Thema auf den Samstagnachmittag.

Ganz anders in diesem Jahr. ECM zeigt sich Cloud-Ready! Umfangreich kommen Lösungen „as a Service“ daher, Diskussionen besetzen die besten Slots der Foren und das gute alte Outsourcing muss für Referenzen der „private Cloud“ herhalten. Ist es jetzt das Marketing, was wohlmöglich verschlafene Trends aufholen soll oder sind es tatsächliche Startschüsse sorgfältiger Vorbereitungen? Wenn die Lösungen nun wie Pilze aus dem Boden sprießen darf man berechtigter Weise auch wieder die schwarzen Schafe befürchten, die das ganz langsam aufkommende Anwendervertrauen wieder zerstören. Da bleibt sich die IT dann auch irgendwie treu und die Cloud-Kritiker dürfen sich jetzt schon auf die Negativbeispiele und Skandalberichte freuen.

Die ECM-Branche hat sich beim Thema Cloud-Computing im Vergleich zu anderen IT-Zweigen eher zurückgehalten. Durchaus nachvollziehbar, denn den Markt mit ECM aus der Cloud zu bedienen ist sowohl technologisch, rechtlich wie auch aus Vermarktungssicht anspruchsvoller. Hier sind durchaus mehr Hürden zu nehmen als bei anderen Services der IT-Branche aus dem Rechenzentrum.

Es ist zwar sehr schade, aber die Zurückhaltung des Marktes mag dann in dieser Phase wohlmöglich die intelligenteste Entscheidung sein. Das dabei viel Potential für die Anwender auf der Strecke bleibt ist der hohe Preis.

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