Veranstaltung mit vielen AHA-Effekten

Von Rudolf Großholdermann

Am Donnerstag den 31.03.2011 fand im Hotel „Residenz“, Bocholt, die ITK Veranstaltung „360° - Der absolute Rundumblick“ statt. Viele Gäste hatten die Einladung zur Veranstaltung schon im Vorfeld angenommen, einige sind kurzentschlossen noch dazu gekommen. Die 4 Firmen der ITK Alliance boten im Ambiente des Hotels ein rundes Bild und konnten einmal mehr unter Beweis stellen wie eng die Zusammenarbeit der Unternehmen in dem Zeitraum seit Gründung der Allianz geworden ist.

Herr André Hüttemann, Geschäftsleiter der CONTENiT AG, war als Moderator für die Begrüßung der Gäste und eine kurze Vorstellung der Agenda verantwortlich. Bei dieser Gelegenheit hat Herr Hüttemann auch kurz die Gastgeber dieser Veranstaltung vorgestellt. Die Unternehmen BORnet, Lanfer und Wietholt haben Ihren Beitrag zu dieser Veranstaltung, genau wie wir, beigetragen.

Dann konnte Herr Hüttemann das Wort an den ersten Referenten weitergeben. Herr Prof. Dr. Christian Kruse, der FH Gelsenkirchen, eröffnet mit dem Thema „Die neue Rolle des IT-Managers in modernen Unternehmen“. Schon nach wenigen Sätzen wird klar hier erwartet den Zuhörer kein 08/15 PowerPoint Vortrag sondern eine abwechslungsreiche Vorstellung von verschiedenen „Epochen“ der IT-Manager mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Viele Gäste fanden sich im Vortrag wieder und vor allem der Teil des Vortrages der eher ernüchternd darüber gesprochen hat wie bei aller großartigen Theorie, die Praxis in KMU in Deutschland aussieht, traf auf weite Zustimmung.

Nach diesem ersten Teil wurde bei einem Kaffee der Informationsbereich des Veranstaltungssaals besucht. Hier hatten alle Unternehmen Ihre Produkte und Leistungen im Zusammenspiel mit den Partnerunternehmen der ITK-Alliace Live aufgebaut und konnten den Gästen präsentieren wie die Lösungen der unterschiedlichen Bereiche mit einander verwoben sind. Für viele Gäste ein weiteres AHA-Erlebnis, zu sehen wie eng die bereits eingeführten Lösungen eines Partners mit den Lösungen der anderen Firmen interagieren.

Nach der Kaffepause war dann der Vortrag von Journalist und Bestseller Autor Herr Matthias Nöllke an der Reihe. Dieser Vortrag war die Inspiration zu der Einladungsidee des Chamäleons und Aufhänger für die Marketing Strategie dahinter. Mit dem Bericht „So managt die Natur – was Führungskräfte vom erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten lernen können“, eroberte Herr Nöllke die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer und Zuschauer seiner Präsentation. Die Parallelen von Natur und Business, die „Machtkämpfe“ im Rudel oder Chefetage, die Fokussierung auf ein Ziel und das Sammeln aller verfügbaren Informationen, alles das was wir für Einmalig halten, hat die Natur schon lange vor dem Menschen und seiner Gesellschaft auf Lager gehabt und erfolgreich im Leben von Tieren und Pflanzen etabliert. Jeder der die Chance hat, diesen Unterhaltsamen und Lehrreichen Vortrag einmal Live zu erleben sollte diese Gelegenheit unbedingt nutzen! Darum möchte ich Ihnen hier auch nicht die Spannung und den Spaß nehmen in dem ich die „Legenden“ aufdecke die Herr Nöllke ins richtige Licht gerückt hat. Aber mir war klar mit meinem „Ein Platz für Tiere“ Wissen von Prof. Grizmek, würde ich bei Günter Jauch keine Millionen gewinnen.

Der Vortrag bot dann genug Gesprächsstoff für eine ausgiebige Mittagspause. Bei einem sehr schmackhaften und reichhaltigen Büffet wurden neben dem gerade gehörten natürlich auch die eigenen Erfahrungen besprochen. Jeder hatte eine Geschichte aus dem Unternehmen die den Vergleich zu Rangordnungen oder „Führungsstil“ aus dem Tierreich nicht scheuen brauchte. So kam einem die Zeit sehr kurzweilig vor und man war überrascht als man höfflich zum abschließenden Teil der Veranstaltung zurück in den Saal gebeten wurde.

Herr Wilfried Karden vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW hat schon mit seiner Begrüßung und Vorstellung klar gemacht das nicht jeder Beamte des Verfassungsschutz mit Vorsicht zu genießen ist. Die befürchtete Trägheit der Besucher nach dem guten Essen und der fortgeschrittenen Stunde war wie weggewischt als Herr Karden unter Beweis stellte das sich nicht jeder in seiner Behörde so ernst nimmt als das er nicht über die Vorurteile und den Argwohn der ihm und seiner Behörde entgegen gebracht wird mit Humor und Schlagfertigkeit begegnen kann. Mit den ersten Sätzen verstand Herr Karden schon ein Szenario aufzuzeigen in dem sich jeder Unternehmer wiederfinden konnte. Es war nicht die große globale Bedrohung die Thema seines Vortrages „Made in Germany – im Visier fremder Nachrichtendienste“ war, sondern die alltägliche Verunsicherung im Unternehmen ob die wohl gehüteten Geheimnisse so gut geschützt sind wie man es gerne glauben möchte. Es waren die Szenarien die nicht das große „Monster“ China und Russland anprangerten (ja, diese Statten haben Spionage zur Stärkung der eigenen Wirtschaft per Gesetz legalisiert), es waren die Praxisbespiele wo eigene Mitarbeiter der Spionage Tür und Tor geöffnet haben. Weil sie sich der Gefahr nicht bewusst waren oder es zu leicht genommen haben. Es gibt heute keine 100% Sicherheit mehr das ist auf jeden Fall klar geworden in dem Bericht. Wer jetzt aber meint er könnte sich zurücklehnen und sagen „Dann mach ich halt gar nichts“! Der liegt total falsch. Wichtig ist die ~ 5% an Informationen in seinem Unternehmen zu erkennen die wirklich „Schützenswert“ sind und diese Bestmöglich vor unbefugten Zugriff zu sichern. Wer bei diesen 5% eine 99% Sicherheit erreicht der kann seine Innovationen und seine Investitionen auch selbst in Erfolg umwandeln und  nicht einen Exportschlager aus China sehen, der seiner eigenen Idee verdammt ähnlich sieht. Auch hier kann ich jedem nur empfehlen sich den Vortag einmal Live anzusehen oder sich die Umfangreichen Informationen des Ministeriums zukommen zu lassen. Abgeschlossen wurde dieser Beitrag von einer Live-Präsentation in der in 18 Sekunden ein 10 Stelliges Passwort mit Zahlen und Groß-, Kleinschreibung geknackt wurde, sowie über einen PDF Anhang auf einem Laptop ein Trojaner installiert wurde, der es ermöglichte, Mikrofon, Kamera und Speicher per Fernsteuerung zu nutzen. Hier haben dann schon einige Gäste die Luft angehalten und erschrocken auf Ihren eigenen Laptop geschaut.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es den zahlreichen Besuchern ein Vergnügen war den kurzweiligen Vorträgen ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Ich weiß nicht wann ich das zum letzten Mal gesehen habe. Eine Veranstaltung bei der keiner sein Laptop offen hatte, keiner schnell per SMS was versendet hat, niemand der mit seinem Mobil Phone am Ohr und einem entschuldigenden Blick den Raum verlassen musste. Die Vorträge haben einfach alle fasziniert, es war eine rundum gelungene Veranstaltung und ich bin sicher, dass einige der Gäste noch in nächster Zeit darüber in der Firma und im Freundeskreis berichten werden.