Torex Forum 2011 (Teil 1, erster Tag)

Von Rudolf Großholdermann

Am 18. Und 19. Mai 2011 fand im Düsseldorfer Maritim Hotel zum dritten Mal das Torex Forum statt. CULT at home arbeitet seit Jahren mit Torex im Bereich der Kassensysteme zusammen und so war für uns ein Blick auf dieses Event an der Zeit. Dass wir uns dafür entschieden haben jemanden aus der CONTENiT AG zu wählen, lag an der immer stärkeren Vernetzung der Kassensysteme in die betriebliche Datenerfassung und IT-Landschaft. Ob Mitarbeiterzeiten, Kundenfrequenzen oder Artikelbestände erfasst und verwaltet werden, schlussendlich müssen alle diese Daten nicht nur ausgewertet sondern auch verwaltet und archiviert werden. Datenerhebung ist kein Selbstzweck, dass haben wir in der Gildegruppe schon früh erkannt. Je einfacher der Zugriff auf Informationen für alle Mitarbeiter aus verschieden Abteilungen, Häusern oder Ländern ist, umso effektiver und häufiger werden diese Daten genutzt. Die CONTENiT stellt dabei der Gildegruppe neben der Software auch den nötigen Service zur Verfügung.

Um Service ging es dann auch schwerpunktmäßig beim Torex Forum, das in einem sehr exklusiven Rahmen im Maritim Hotel Düsseldorf stattgefunden hat - Service der den Kunden der unterschiedlichen Händler geboten wird, Service den jeder Torex Kunde schon bei der Auswahl des richtigen Systems erleben darf und Service in der Betreuung durch Torex.

Den Start machte, nach einer sehr freundlichen und professionellen Begrüßung durch Frau Fenske, Herr Timmann als Geschäftsführer der  Torex Retail Solutions GmbH. Er zog eine Bilanz des letzen Jahres und gab einen Ausblick auf zukünftige Projekte und die Themen der folgenden zwei Tage. Er begrüßte neue Kunden der letzten 12 Monate und beschrieb abgeschlossene Projekte. Hier wurde klar, dass immer mehr Informationen nötig sind um Kunden ein perfektes (dieses Wort wurde sehr häufig bemüht in den zwei Tagen) Einkaufserlebnis zu vermitteln. Informationen aus unterschiedlichen „Channeln“  müssen für Mitarbeiter schnell und einfach zur Verfügung stehen. Kunden wollen nicht nur eine Multi-Channel Einkaufswelt sondern auch aus diesen heraus eine möglichst einfache Umsetzung der Cross-Channel Möglichkeiten erleben. Ein viel beachtetes Beispiel war der Online-Einkauf und die mögliche Abholung  oder Rückgabe in einer Filiale. Hier trennt sich schon die Spreu vom Weizen, wer seine Daten aus dem Online-Shop nicht am Kassensystem zur Verfügung hat, kann weder den Kunden noch den Artikel zweifelsfrei identifizieren. Dieses kann zu erheblichen Mehraufwand oder gar zu einer Verweigerung dieses Services führen. Wer hier seine Informationen über ein intelligentes Netzwerk steuert, wie wir es bei der Gildegruppe praktizieren, kann dem Kunden sein Einkaufserlebnis auch im After Sales Bereich perfekt bieten.

Als erster externer Referent hat Herr Ulrich Spaan vom EHI Retail Institute die neuesten Studien zur Erwartungshaltung im Bereich IT-Projekte der Einzelhandelsketten vorgestellt. Seine umfassende Studie kommt zu dem Schluss, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Warengruppenangeboten auch einen großen Einfluss auf die IT Projekte haben. Während im Textil Bereich das Einführen von RFID Lösungen hoch im Kurs steht, kann das im Lebensmittelbereich komplett vernachlässigt werden. Nur in einem Punkt waren sich alle einig, die gesammelten Daten aus Warenwirtschaft, Kassensystemen und Kundenerhebungen müssen in der heutigen Zeit viel schneller ausgewertet werden. Eine Vorschau auf das Kundenverhalten der nächsten 3-5 Jahre ist heute nicht möglich und mit Rückblick auf Erhebungen die 5 Jahre zurück lagen konnte man sehen, dass sich Trends auch schnell wieder ändern oder nie durchsetzen. Vor 5 Jahren war ein Großteil der Einzelhändler der Meinung, dass sie in 3-5 Jahren in ein Kassensystem mit Fingerabdruck-Scanner investieren um so bargeldlose Zahlungen zu ermöglichen. Wie wir alle wissen ist das bis heute nicht eingetreten und wird durch andere Techniken in den nächsten Jahren unnötig. Nur welches Verfahren das sein wird, das scheint noch nicht ganz klar zu sein.

Herr Christian von Grone, CIO der Gerry Weber International AG, gab uns als nächstes einen Einblick in das RFID Projekt, das Gerry Weber zusammen mit Torex im vergangen Jahr ausgerollt hat und das dieses Jahr seinen Abschluss findet. Welche Auswirkungen eine RFID auf die eigenen IT-Lösungen hat wird spätestens klar wenn man hört wie viel Arbeit, Zeit und  Know-how aus unterschiedlichen Bereichen in das Thema Datenschutz geflossen sind. Hier gab es Vorschläge aber keine klaren Richtlinien. Diese mussten erst von den betroffenen Parteien mit den Stellen in Europa und Deutschland entworfen werden. Auch hier werden Millionen von Daten erhoben und gespeichert, die mit dem höchsten Maß an Sicherheit behandelt werden müssen. Von der Erfassung bis zum Löschen muss ein lückenloser Geschäftsprozess abgebildet werden, der vor allem auch den Kunden transparent zeigt was aus den über ihn gesammelten Informationen wird, dass seine persönlichen Daten nicht zusammen mit Kaufdaten oder gar RFID Tags in Kleidungsstücken gespeichert werden.

Josef Huff, InterCard AG, referierte dann über Notfalllösungen für den Point of Service (POS). Jeder kennt das „Horrorszenario“: man steht im Geschäft und vor einem an der Kasse geht es nicht weiter weil jemand vergeblich versucht mit seiner EC- oder Kreditkarte zu bezahlen. Dieser Umstand ist nicht nur für den beteiligten und die Kassiererin unangenehm, sondern führt auch zur Verärgerung der Kunden in der Warteschlange. Wenn das dann, wie geschehen, im Weihnachtsgeschäft oder am Ostersamstag gehäuft auftritt, weil Leitungen zu oder von Banken völlig überlastet sind, kann man schnell von Millionen Verlusten im Einzelhandel sprechen. Auch hier ist gut bedient wer seine Daten auch in einer offline Lösung bereithält und so bekannten Kunden die Zahlung über bargeldlose Verfahren ermöglichen kann.

Herr Jan Kamp, Ähnlichkeiten im Namen sind rein zufällig wie er ausdrücklich herausstellte, der KAMPS GmbH, uns allen von den über 600 Filialen im Bereich der Backwaren bekannt, erklärte dann wieso seine Entscheidung für Torex gefallen ist. KAMPS hat eine komplett neue Linie an „Eventbackstuben“ eröffnet. Vornehmlich in exponierter Lage mit hoher Kunden Traffic. Hier ging es um Schnelligkeit, Design und spezielle Anwendungen die über die Kassendisplays laufen. So wird der Back-Plan für jede Backstube individuell auf der Kasse angezeigt und ein Kundendisplay informiert die Kunden jederzeit aktuell über Aktionen und seinen aktuellen Einkauf. Die Pflege dieser Informationen muss natürlich zentral stattfinden. Wir kennen diese Problematik nur zu gut aus unseren CULT at home Filialen, in denen wir auch immer tagesaktuell die Aktionen und Arbeitspläne vorhalten müssen.

Im letzten Teil des Tages gab es einen Block von drei Vorträgen rund um das Thema Personaleinsatzplanung, Zeiterfassungssysteme und Zutrittskontrolle. Diese Themen sind so speziell, dass ich jedem Interessierten nur empfehlen kann, sich die Vorträge auf der Torex Seite einmal selbst anzusehen.