Torex Forum 2011 (Teil 2, zweiter Tag)

Von Rudolf Großholdermann

Der Tag begann mit einem wahren Feuerwerk der Redekunst. Manchem Teilnehmer konnte man noch kurz vorher ansehen das die Abendveranstaltung doch wohl etwas länger ging, doch mit den ersten Sätzen von Herrn Prof. Dr. Andreas Kaapke, Duale Hochschule Stuttgart, war alle Müdigkeit aus dem gut gefüllten Tagungsraum verflogen.

Sein Thema: Der Handelskunde der Zukunft – zwischen Rabattmarken-Idylle und Social Media-Hype

Es gibt Redner denen gelingt es ein Publikum sofort in Ihren Bann zu ziehen und es ist auch nach vielen Jahren auf Tagungen und Foren immer wieder eine Freude auf so jemanden zu treffen. Mit dem Thema beschäftigt sich jeder von uns, im Privaten und im Geschäftlichen, ob als Käufer oder Anbieter. Welche Offerte spricht uns an und was glauben wir was unsere Kunden für ein Angebot suchen. Geht es um Preis oder Service, geht es um das Erlebnis Einkauf oder um die schnelle Erledigung eines notwendigen Übels. Es gibt nur ein Fazit: jeder Kunde ist so individuell wie das Angebot, das jeder Händler unterbreitet. Es gibt genauso wenig „Den Kunden“ wie es „Das perfekte Angebot“ gibt. Aber ein paar Dinge sind klar. Die „Alten“ wollen sicher nicht alt genannt werden. Die „Jungen“ wollen auf ihrem iPhone schon im Vorfeld das Angebot haben, bevor sie wissen, dass sie es brauchen und der Optimierer gibt gerne mal ein paar (auch hundert) Euro mehr aus, wenn der Service und die Qualität über seinen Erwartungen liegen.  Der Händler, der hier die richtigen Informationen zu seiner Zielgruppe sammelt und verfügbar hat, kann sich einen ganz klaren Wettbewerbsvorteil sichern. Wer seine Informationen richtig nutzt, der kann so individuell sein wie seine Kunden es sind. Ich glaube, ich war nicht der Einzige, der am liebsten beim Schlussapplaus aufgestanden wäre. Das hätte der Veranstaltung und dem Rahmen aber wohl etwas von der Seriosität genommen. Ich bin aber sicher, dass ich nicht der einzige war der Herrn Prof. Dr. Kaapke auf diese Weise gerne seine Anerkennung für eine Stunde, die man nicht so schnell vergisst, gezeigt hätte.

Der nachfolgende Block ging um das Thema Multi- und Cross-Channel Vertrieb. Da ich darauf schon im ersten Beitrag eingegangen bin, nur kurz ein paar Worte. SportScheck setzt auf Verkäufer, die ihre Beratung und Auswahl mit einem iPad unterstützen und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Torex unterstützt das Cross-Channel Thema mit einer speziellen Lösung, dem Channel-HUB und Richmont International hat durch die Verbindung von SAP und Torex einen Internationalen Roll-Out durchgeführt der beispielhaft ist.

Nach dem Mittag wurden die verschiedenen Szenarien am Torex Hepldesk vorgestellt. Der Support bei Torex wurde von allen Anwesenden als ausgesprochen gut gelobt. Dies ist ein wichtiger Faktor in der Zusammenarbeit und der langjährigen Kundenbindung an das Unternehmen Torex. Wie wir als IT-Dienstleister wissen, kann ein perfekt funktionierender Support die Eintrittskarte zu vielen Folgeprojekten beim Kunden sein.

Herr Strothmann, Knauber Freizeit GmbH & Co. KG, war als nächster externer Referent mit seinem Best Practice Beispiel an der Reihe. In den Knauber Märkten wurden 61 neue Kassensysteme von Torex eingeführt. Bemerkenswert war die Testphase in der, in Zusammenarbeit mit über 120 Kassiererinnen, die Entscheidung zwischen Tastatur und Display Kassen getroffen werden sollte. Überwog am Anfang die Skepsis der Kassiererinnen gegen die „neumodischen“ Display Kassen, so war am Ende der Testreihe klar, dass man sich einstimmig für die Displaykassenplätze entschieden hatte. Das ging nur durch einen Paralleltest in dem Torex beide Systeme zum Benutzen in einem Markt aufgebaut hat und die Kassiererinnen rotierend die neuen Systeme testeten. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl an Kundenkarten und der damit erzielte Umsatzanteil von knapp 60% bei der Firma Knauber.

Zum Schluss der Veranstaltung wurde das Thema RFID noch einmal von den Firmen s.Oliver und Herm. Hagemeyer aufgegriffen und eigene Projekt, Umsetzungen und Ziele beschrieben. Nach den zwei Tagen wird jedem klar sein, dass es sich beim Thema RFID um das Zukunftsthema im Handel handelt, und dass jeder von uns damit konfrontiert wird, als Konsument oder als IT Verantwortlicher. Der Datenschutz macht mit RFID Tags an der Ware nicht mehr an der Ladengrenze halt. Welche Marken Sie bevorzugt tragen kann das Personal an der Kasse des Geschäfts das Sie gerade betreten schon auf dem Display ablesen. Die Frage ist also nicht mehr, ist das möglich, sondern wollen wir das? Wollen unsere Kunden das? Welche Informationen sollen ausgewertet und welche vernichtet werden? Dazu benötigt man im Unternehmen klare Geschäftsprozesse und einheitliche Arbeitsweisen was den Umgang mit Daten und Datenschutzbestimmungen angeht. Zukunftsherausforderungen denen sich jedes Handelshaus stellen muss und die wir als CONTENiT mit unseren Kunden bewältigen werden.

Den Abschluss machte ein Thema, das mehr Anwesende durch die Fernsehwerbung als durch persönliche Erfahrungen kannten: Cash Back, das Geldabheben beim Einkaufen an der Kasse. Supermarktketten mit werbeträchtigen Fußballstars oder Tankstellenketten mit großen Namen dienen als Support für den Cash Back Terminal. Das Thema ist recht neu und wird in den Medien hoch gehandelt. Doch in wie weit, in Zeiten des vermehrten bargeldlosen Bezahlens der Bedarf an solchen Services noch vorhanden ist, wird erst die Zeit zeigen. Klar ist der doppelte Vorteil des Handels. Kaum eine Transaktion ist mit sovielen Kosten und Aufwand verbunden wie der Umgang mit eingenommenem Bargeld in den Filialen.

Es war eine tolle Veranstaltung, die zurecht viele Gäste angelockt hat. Das Geheimnis des Erfolgs dieser Veranstaltung ist neben einer guten Marketing und PR Abteilung, unter der Leitung von Frau Fenske, auch ein Grundsatz den Herr Timmann umgesetzt hat und den ich hier gerne zum Abschluss nennen möchte: „Rede möglichst wenig selbst und lasse andere für dich reden“!